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Ein Ver­stoß ge­gen die Pflicht zur An­zei­ge ei­ner Ar­beits­un­fä­hig­keit ist bei Dau­er­er­kran­kun­gen we­ni­ger gra­vie­rend.

Ei­ne krank­heits­be­ding­te Ar­beits­un­fä­hig­keit muss man dem Ar­beit­ge­ber un­ver­züg­lich mit­tei­len. An­der­falls droht ei­ne (or­dent­li­che) ver­hal­tens­be­ding­te Kün­di­gung.

Ver­späte­te Krank­mel­dun­gen tref­fen den Ar­beit­ge­ber während ei­ner lan­gen Dau­er-Er­kran­kung nicht so hart wie bei ei­ner erst­ma­li­gen Er­kran­kung. Ruft der Ar­beit­neh­mer am ers­ten Tag ei­ner Er­kran­kung nicht recht­zei­tig im Be­trieb an, hat der Ar­beit­ge­ber kei­ne Möglich­keit, rasch auf den Aus­fall zu re­agie­ren, so das LAG. Das ist bei ei­ner lan­ge an­dau­ern­den Ar­beits­unfähig­keit an­ders. Denn dann trifft die Fort­set­zung der Krank­heit den Ar­beit­ge­ber nicht un­vor­be­rei­tet.

Außer­dem meint das LAG, dass der Ar­beit­neh­mer von Mit­te 2016 bis Mit­te 2017 nur ei­ni­ge Ma­le sei­ne An­zei­ge­pflich­ten ver­letzt bzw. ver­spätet erfüllt ha­be. Meis­tens hat­te er sich kor­rekt ver­hal­ten. Schluss­end­lich spra­chen auch die lan­ge Be­triebs­zu­gehörig­keit und die we­gen der Krank­heit ungüns­ti­gen Chan­cen auf dem Ar­beits­markt für den Ar­beit­neh­mer.

Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ba­den-Würt­tem­berg: Ur­teil vom 08.05.2019, Aktenzeichen 10 Sa 52/18.